Biomasse Agrar - Technisches Potenzial

Agrar-TP

 

 

 

 

 

 

 

Technisches Potenzial der Ackerflächen zur Erzeugung von erneuerbaren Energieträgern

In dieser Untersuchung auf Bezirksebene wird im ersten Teil ein technisches und ein technisch eingeschränktes Potenzial errechnet, wobei die Grundlage dafür der im Bezirk angebaute Pflanzenmix für die NAWAROs-Produktion ist.

Als Grundlage zur Berechnung des theoretischen Pflanzenpotenzials wurde eine Fläche von 20% der verfügbaren Ackerfläche angenommen.

In mehreren zum Thema verfassten Studien werden je nach Szenario unterschiedliche Flächenpotenziale ausgewiesen wurden. Die für REGIO Energy angenommenen 20%, welche für ein technisches Potenzial vorgesehen sind, liegen im Mittelfeld der unterschiedlichen Flächenangaben.

  1. Thrän et al.                2010: 236.000 - 409.000    2020: 408.000 - 817.000
  2. EEA Umwelt                2010: 204.000                   2020: 266.000
  3. Brainbows/LK NÖ:
    - Referenzszenario     2010: 134.000 – 198.000    2020: bis 323.000
    - Umweltszenario       2010: 79.000 – 140.000      2020: bis 201.000
    - Biomasseszenario    2010: 213.000 – 279.000    2020: bis 456.000

Quelle: Studien nach Wörgetter, 2008

Flächennutzung

Da das Potenzial stark von den angebauten Feldfrüchten abhängig ist, ist es notwendig eine Analyse der Flächennutzung vorzunehmen. Ausgehend vom Bezugsjahr 2007 wurden die unterschiedlichen Nutzungsarten erfasst.

Für die Berechnungen des Rohenergiegehalts wurde die Nutzungsart A (Ackerflächen) entsprechend ÖPUL Auswertung herangezogen. Auf Bezirksebene sind die 235 Bezeichnungen (ÖPUL Auswertung 2004-2007) auf 37 Feldfrüchte reduziert und flächenmäßig je Bezirk ausgewertet worden.

In einem weiteren Schritt für die Rohenergieberechnung wurden pro Bezirk jene vier Feldfrüchte ermittelt, welche den größten Flächenanteil aufwiesen. Dadurch konnte je nach Bezirk ein Flächenanteil zwischen 55 % und 80 % der Gesamtfläche abgedeckt werden.

Energiegehalt der Pflanzen

Im technischen Potenzial ist der Rohenergiegehalt der Ganzpflanze die bestimmende Größe. Zur Ermittlung wird der Trockensubstanzgehalt der jeweiligen Pflanzenart entsprechend der ermittelten Hektarfläche und der Ertragsangaben der Bundesländer pro Bezirk berechnet. Die 20 % Fläche wird dabei gewichtet auf die vier Feldfrüchte pro Bezirk so aufgeteilt, dass die Nutzpflanzenarten entsprechend ihrer prozentmäßigen Verteilung auf der Bezirksfläche im Aufteilungsschlüssel Berücksichtigung finden. Es soll damit sicher gestellt werden, dass nur Nutzpflanzen, welche auch in den Bezirken mit Erfolg angebaut werden, für die NAWAROs Produktion herangezogen werden, und nicht Pflanzenarten für die Berechnung eingehen, die entweder nie oder nur unter sehr schwierigen Bedingungen erfolgreich angebaut werden.

Anhand der Trockensubstanzgehalte sowie dem Heizwert der Pflanze abzüglich der Energiegestehungskosten wird das technische Potenzial für den Pflanzenmix berechnet.

Ergebnisse

In Summe ergibt sich für Österreich unter Zugrundelage der bestehenden, angebauten Feldfrüchte eine Trockenmasse von rund 2,63 Mio. Tonnen, wobei aus der Struktur heraus Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark zusammen ¾ der Gesamtproduktion aufweisen.

Der Heizwert abzüglich jener Energie, die für die Bereitstellung der NAWAROs benötigt wird, ergibt sich für die Trockenmasse ein Heizwert von 12.300 GWh. Die größte Heizenergie weisen die Bezirke Gänserndorf mit 624 GWh, Mistelbach mit 472 GWh und Neusiedl am See mit 424 GWh auf.

Weiter zum reduzierten technischen Potenzial | zurück zur energetischen Bedeutung von Ackerland.