Selbstversorgungsgrad

Der Selbstversorgungsgrad der Bezirke stellt die Produktionspotenziale erneuerbarer Energieträger (Szenario 2020 maxi) ins Verhältnis zur Nachfrage nach Strom und Wärme. Damit kann die Frage beantwortet werden, wie hoch der Anteil der Nachfrage ist, der bis zum Jahr 2020 mit lokal verfügbaren Ressourcen erneuerbarer Energieträger gedeckt werden kann.

Dazu wurde im ersten Schritt die Nachfrage für Strom und Wärme ermittelt. Die Selbstversorgungsgrade beziehen sich auf die Nachfrage 2008, d.h. es ist zu berücksichtigen das eine erhöhte Nachfrage den Selbstversorgungsgrad senkt, während Einsparungen, z. B. durch Gebäudesanierungen, den Selbstversorgungsgrad 2020 erhöhen können.

 

Selbstversorgungsgrad Strom (Szenario 2020 maxi)

Der heutige Strombedarf in Österreich beträgt rund 58.900 GWh jährlich. Können die Vorrausetzungen zur Realisierung des Szenarios 2020 für alle Energieträger geschaffen werden, könnten im Jahr 2020 66.200 GWh Strom erzeugt werden. Mit anderen Worten: Die Nachfrage (auf Basis 2008) kann 2020 mit erneuerbaren Ressourcen mehr als gedeckt werden (112%).

Welche Energieträger zum Strom- bzw. Wärmeproduktion 2020 beitragen ist im Kapitel "Produktionspotenziale" dargestellt.

Die folgende Karte zeigt den Selbstversorgungsgrad der Bezirke im Szenario 2020 maxi. Neben dem Selbstversorgungsgrad werden als Kreisdiagramme auch jene Anteile dargestellt, welche die einzelnen Energieträger daran haben.

Selbstversorgungsgrad Strom 2020maxi

Der Selbstversorgungsgrad an Strom ist regional stark unterschiedlich. Bemerkenswert ist allerdinga, dass mehr als die Hälfte aller 99 Bezirke 100% ihres Strombedarfs 2008 durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger im Jahr 2020 decken könnten.

Vor allem in Bezirke mit geringeren Siedlungsdichten ist es besser möglich Strom zur Gänze aus den lokalen Ressourcen bereit zu stellen, da die Stromnachfrage hier insgesamt nicht so hoch ist wie z. B. in städtischen Gebieten.

Die Bezirke, die gemessen an ihrem Bedarf 2008 im Jahr 2002 den größten Stromüberschuss produzieren sind Steyr Land, Neusiedl am See, Hermargor, Waidhofen an der Thaya und Tamswegg. Sie weisen jeweils große Ressourcen an Wasser- oder Windkraft auf.

Insgesamt können die Bezirke im Norden und Osten ihre Stromnachfrage eher durch Windkraft decken, während das Wasserkraftpotenzial in den westlichen Bezirken höher ist.

 

Selbstversorgungsgrad Wärme (Szenario 2020 maxi)

Der heutige Wärmebedarf in Österreich beträgt rund 90.900 GWh jährlich (ohne Prozesswärme). Können die Vorrausetzungen zur Realisierung des Szenarios 2020 für alle Energieträger geschaffen werden, könnten im Jahr 2020 39.900 GWh Wärme erzeugt werden. Mit anderen Worten: 44% des Wärmebedarfs (auf Basis 2008) können 2020 mit erneuerbaren Ressourcen gedeckt werden.

Welche Energieträger zum Strom- bzw. Wärmeproduktion 2020 beitragen ist im Kapitel "Produktionspotenziale" dargestellt.

Die folgende Karte zeigt den Selbstversorgungsgrad der Bezirke im Szenario 2020 maxi. Neben dem Selbstversorgungsgrad werden als Kreisdiagramme auch jene Anteile dargestellt, welche die einzelnen Energieträger daran haben.


Selbstversorgungsgrad Wärme 2020maxi

Der Selbstversorgungsgrad an Wärme variiert stark zwischen den Bezirken.

Wie auch beim Strom ist es Bezirken mit geringeren Siedlungsdichten ist es eher möglich, Wärme aus lokalen erneuerbaren Ressourcen bereit zu stellen, da auch die Wärmenachfrage (ohne Prozesswärme) hier insgesamt nicht so hoch ist wie z. B. in städtischen Gebieten.

Die Bezirke, die gemessen an ihrem Bedarf 2008 im Jahr 2002 die höchsten Selbstversorgungsgrade haben sind:

Lilienfeld, Scheibbs, Sankt Veit an der Glan, Zwettl, Kirchdorf an der Krems und Steyr-Land. Sie könnten im Jahr 2020 über 100% ihrer Wärmenachfrage aus erneuerbaren Energieträgern decken.

Insgesamt können die Bezirke mit großen Ressourcen an Forst, am ehesten ihren Wärmeenergiebedarf aus lokalen Ressourcen decken.