Wasserkraft

Technologische Aspekte und Voraussetzung für die Kalkulation der Potenziale

Die Nutzung der Wasserkraft hat in Österreich in einem weiten Bereich von Leistungsklassen eine lange Tradition. Sowohl Groß- als auch Kleinwasserkraft ist in großem Umfang etabliert. Die Potenziale der Großwasserkraft sind heute abgesehen von wenigen noch möglichen Standorten, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht genutzt werden, ausgebaut. Die zukünftig noch zu erschließenden Potenziale der Wasserkraft liegen daher vor allem im Bereich der Kleinwasserkraft (=Anlagen bis 10 MW Nennleistung) und im Bereich der Anlagenrevitalisierung.

Die Technologien welche im Zuge der Wasserkraftnutzung heute zum Einsatz gelangen können als ausgereift bezeichnet werden. Die technologische Innovation bei Wasserkraftwerken findet heute im Bereich von Verbesserungsinnovationen bei Fernüberwachungsanlagen bzw. bei Anlagen der Steuerungs- und Regelungstechnik statt. Im Bereich der hydraulischen und elektrischen Maschinen finden ebenfalls Neuentwicklungen statt, wobei das Entwicklungspotential durch den bereits sehr hohen technischen Standard gekennzeichnet ist. Verbesserungsinnovationen sind im Bereich der klassischen hydraulischen und elektrischen Maschinen deshalb meist nur auf inkrementelle Wirkungsgradverbesserungen beschränkt. Günstige Standorte für Wasserkraftwerke sind bereits in der Vergangenheit genutzt worden und stehen heute für neue Projekte nicht mehr zur Verfügung. Die Erschließung weniger günstiger Standorte wird durch die aufwendige wasserrechtliche Bewilligung zusätzlich unattraktiv. Die Ermittlung der Potenziale fokussiert somit auf die Beschreibung der Restpotenziale welche in Zukunft noch für einen weiteren Ausbau zur Verfügung stehen.

Geschichte der Marktdiffusion in Österreich

Die Wurzeln der Wasserkraftnutzung liegen in der direkten Nutzung der Wasserkraft mittels Wasserrädern in dezentralen mechanischen Anlagen wie Mühlen, Schmieden oder Sägewerken. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurden die bestehenden Anlagen großteils für die Stromproduktion umgerüstet und dienten von diesem Zeitpunkt an der nationalen Elektrizitätsversorgung. In den Zeiten des starken wirtschaftlichen Aufschwunges der Nachkriegs-Dekaden kam die Bedeutung der Kleinwasserkraft ins Hintertreffen, da der zentrale Fokus der nationalen Energiepolitik auf die Deckung des dramatisch anwachsenden Energiebedarfs der aufstrebenden Wirtschaft gerichtet war. In diesen Zeiten ist auch der Ausbau der Großwasserkraft vorangetrieben worden, wobei das österreichische Potenzial an Großwasserkraft zu einem großen Teil erschlossen wurde. Die untenstehende Abbildung zeigt die Verteilung der Wasserkraftwerke in Österreich nach Leistungsklassen, wobei die Anzahl der Anlagen jeweils der kumulierten Leistung gegenüber gestellt wird. Es wird dabei evident, dass trotz der hohen Anzahl der Kleinwasserkraftwerke der bei weitem überwiegende Teil der installierten Leistung den Großkraftwerken zuzuschreiben ist.

Wasserkraftwerke in Österreich

 

 

 

 

 

 

Spätestens in den 1990er Jahren wurde die Bedeutung der Kleinwasserkraft in Österreich unter dem Aspekt der „Neuen Erneuerbaren Energien“ wieder in ein stärkeres Licht gerückt, wobei auch Anreize zum Ausbau und zur Revitalisierung der Kleinwasserkraft geschaffen wurden. Der weitere Ausbau gestaltete sich dennoch zögerlich, wie dies auch in untenstehender Abbildung ersichtlich wird. Im Jahr 2007 waren in Österreich Wasserkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 11,85 GWel (Laufkraftwerke plus Pumpspeicher) in Betrieb, wobei die Jahresarbeit 38.173 GWhel betrug.

Historische Entwicklung Wasserkraft

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sehen Sie hier: Technisches Potenzial l Reduziertes technisches Potenzial