Wasserkraft - Vorläufige Ergebnisse Reduziertes Technisches Potenzial

Das reduzierte technische Potenzial der Wasserkraft

Wasserkraft - Reduziertes technisches PotenzialDie Karte (Bitte klicken Sie links auf die Vorschaukarte für eine vergrößerte Ansicht) zeigt die reduzierten technischen Potenziale der Wasserkraft in den österreichischen Bezirken in GWh/Jahr. Im Vergleich zur Karte der technischen Potenziale sind ähnliche Verteilungsstrukturen, aber mit generell geringeren Potenzialwerten zu beobachten. Die wesentlichen Merkmale der strukturellen Verteilung (Schwerpunkt der reduzierten technischen Potenziale in Bezirken mit alpinem Gepräge und/oder starken Abflusslinien in Form großer Flüsse) bleiben erhalten.

Das gesamte reduzierte technische Wasserkraftpotenzial Österreichs beträgt 51.300 GWh pro Jahr. Die Werte pro Bezirk bewegen sich dabei von 1 GWh/Jahr in Rust Stadt bis zu 1.976 GWh/Jahr im Bezirk Innsbruck Land. Zum Vergleich erbringt das momentan in Österreich ausgebaute Wasserkraftpotenzial eine Jahresarbeit von 38.173 GWhel , produziert durch eine installierte Engpassleistung von 11,85 GWel (Laufkraftwerke plus Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke, Quelle: E-Control, Daten 2007). 

Die Top 5 Bezirke in Hinblick auf das technische Potenzial der Wasserkraft sind Innsbruck Land (1976 GWh/Jahr), Spittal a.d. Drau (1931 GWh/Jahr), Schwaz (1912 GWh/Jahr), Imst (1858 GWh/Jahr), und Bludenz (1717 GWh/Jahr).

Aus dem reduzierten technischen Potenzial wird in einem nächsten Schritt das realisierbare Potenzial errechnet, das für 2012 und 2020 jeweils drei Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen berücksichtigt.

Methodik: Vorgangsweise bei der Modellierung der reduzierten technischen Wasserkraftpotenziale

Das technische Potenzial der Wasserkraft wurde in Anlehnung an die umfasse aktuelle Studie von Pöyry (2008) ermittelt, wobei die Abflusslinienpotenziale von Pöyry (2008) herangezogen wurden.

Bei der Ermittlung des reduzierten technischen Wasserkraftpotenzials wurde prinzipiell nach dem selben Schema vorgegangen, wobei das in Pöyry (2008) ausgewiesene „reduzierte technisch-wirtschaftliche“ Potenzial in Form der aggregierten Länderwerte zur Berechnung der disaggregierten Bezirkswerte herangezogen wurde.

Wie bei der Berechnung der technischen Potenziale wurde die Aufteilung mit einem ökonometrischen 3-Parameter Modell bewerkstelligt, das die Bezirksfläche, einen Reliefindikator und einen Abflusslinienindikator berücksichtigt. Dieses 3 Parameter Modell wurde in der Folge auf die Bezirksdaten angewandt und auf die Landeswerte von Pöyry (2008) kalibriert, das heißt, die Summe der modellierten Bezirkswerte ergibt jeweils wieder die Landessumme aus Pöyry (2008). Der in Pöyry (2008) getätigte Aufwand, welcher die Möglichkeiten von Regio-Energy in diesem Potenzialbereich bei weitem übersteigt, kann somit auf die vorliegenden Bezirksergebnisse übertragen werden.

Anmerkung

Bei den Ergebnissen der Modellierung muss berücksichtigt werden, dass es sich um die Anwendung statistischer Methoden handelt. Abweichungen zur realen Situation sind deshalb möglich und können hier nicht vermieden werden. Die Angabe von Potenzialwerten für die Wasserkraft ist weiters nicht unmittelbar mit dem Standort von Kraftwerken verbunden, da z.B. Staubereiche der Laufkraft auch Bezirksgrenzen überschreiten können oder Bachfassungen und Ausleitungen Potenziale in anderen Bezirken nutzbar machen können. Die Ergebnisse der Modellierung erlauben dennoch eine bisher nicht dargestellte österreichweite Regionalisierung der Potenziale der Wasserkraft auf Bezirksebene. Die Untersuchung von Standorten erfordert eigene Analysen, die der Komplexität des Themas Rechnung tragen.

zurück zum technischen Potenzial l zurück zur allgemeinen Beschreibung der Wasserkraft in Österreich.