Wasserkraft – Vorläufige Ergebnisse Technisches Potenzial

 

Das technische Potenzial der Wasserkraft

Wasserkraft - Technisches Potenzial

Die Karte (Bitte klicken Sie links auf die Vorschaukarte für eine vergrößerte Ansicht) zeigt die technischen Potenziale der Wasserkraft in den österreichischen Bezirken in GWh/Jahr. Die geografische Verteilung der technischen Potenziale weist einerseits einen Zusammenhang mit der Geländeform der jeweiligen Bezirke auf (Reliefenergie, typische Strukturen für Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke) und andererseits wird der Einfluss der großen Flüsse (z.B. Donau, Laufkraftwerke) evident. In diesem Sinne sind vor allem in Bezirken mit alpinem Gepräge und in Bezirken mit großen Flüssen hohe technische Wasserkraftpotenziale zu finden.

Das gesamte technische Wasserkraftpotenzial Österreichs beträgt 75.500 GWh pro Jahr. Die Werte pro Bezirk bewegen sich dabei von 2 GWh/Jahr in Rust Stadt bis zu 3.194 GWh/Jahr im Bezirk Innsbruck Land. Zum Vergleich erbringt das momentan in Österreich ausgebaute Wasserkraftpotenzial eine Jahresarbeit von 38.173 GWhel , produziert durch eine installierte Engpassleistung von 11,85 GWel (Laufkraftwerke plus Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke, Quelle: E-Control, Daten 2007).

Die Top 5 Bezirke in Hinblick auf das technische Potenzial der Wasserkraft sind Innsbruck Land (3194 GWh/Jahr), Schwaz (3090 GWh/Jahr), Imst (3003 GWh/Jahr), Zell am See (2735 GWh/Jahr) und St. Johann im Pongau (2701 GWh/Jahr).

Aus dem technischen Potenzial wird in einem nächsten Schritt das reduzierte technische Potenzial errechnet, das weitere Einschränkungen berücksichtigt.

Methodik: Vorgangsweise bei der Modellierung der technischen Wasserkraftpotenziale

In einer umfassenden aktuellen Studie von Pöyry (2008) werden die Wasserkraftpotenziale in Österreich auf Bundesländerebene dargestellt.

In dieser Studie werden unterschiedliche Potenzialtypen ausgewiesen, wobei eine Abstufung vom Abflusslinienpotenzial bis zum tatsächlich ausgebauten Potenzial erfolgt. Dabei sind die Werte für Wien und Niederösterreich nur aggregiert enthalten und für das Burgenland liegen keine Angaben vor. Die Angaben aus Pöyry (2008) wurden zunächst durch eine Abschätzung für das Burgenland und eine Auftrennung der Werte für Wien und Niederösterreich mittels Berechnung des Linienpotenzials von Wien (Donau, im Wesentlichen das Kraftwerk Freudenau) ergänzt.

Die weitere Vorgehensweise ist auf die Aufteilung der Länderwerte auf die Bezirke ausgerichtet. Im Fall der technischen Potenziale wird die Verteilung mittels eines ökonometrischen Modells bewerkstelligt. Hierbei wird zunächst angenommen, dass das technische Wasserkraftpotenzial von vier Faktoren abhängig ist: der Fläche, der Regenmenge, dem Relief (Reliefenergie) und den vorhandenen Abflusslinien.

Die Fläche sowie die Regenmengen stehen sowohl für die Bezirke als auch für die Länder als Daten zur Verfügung. Das Relief wurde durch einen Reliefindikator, die Abflusslinien durch einen Linienindikator bewertet. In einem ökonometrischen Modellansatz (Produktionsfunktion mir 4 Parametern) wurden die Koeffizienten der Parameter ermittelt, wobei sich signifikante Koeffizienten für die Parameter Fläche, Reliefindikator und Linienindikator einstellten. Dieses 3 Parameter Modell wurde in der Folge auf die Bezirksdaten angewandt und auf die Landeswerte von Pöyry (2008) kalibriert, das heißt, die Summe der modellierten Bezirkswerte ergibt jeweils die Landessumme aus Pöyry (2008). Der in Pöyry (2008) getätigte Aufwand, welcher die Möglichkeiten von Regio-Energy in diesem Potenzialbereich bei weitem übersteigt, kann somit auf die vorliegenden Bezirksergebnisse übertragen werden.

Anmerkung

Bei den Ergebnissen der Modellierung muss berücksichtigt werden, dass es sich um die Anwendung statistischer Methoden handelt. Abweichungen zur realen Situation sind deshalb möglich und können hier nicht vermieden werden. Die Angabe von Potenzialwerten für die Wasserkraft ist weiters nicht unmittelbar mit dem Standort von Kraftwerken verbunden, da z.B. Staubereiche der Laufkraft auch Bezirksgrenzen überschreiten können oder Bachfassungen und Ausleitungen Potenziale in anderen Bezirken nutzbar machen können. Die Ergebnisse der Modellierung erlauben dennoch eine bisher nicht dargestellte österreichweite Regionalisierung der Potenziale der Wasserkraft auf Bezirksebene. Die Untersuchung von Standorten erfordert eigene Analysen, die der Komplexität des Themas Rechnung tragen.

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