Windkraft - Vorläufige Ergebnisse Technisches Potenzial

Das technische Potenzial der Windkraft ...

Vorschaubild: Windkraft: technisches Potenzial

Die Karte (Bitte klicken Sie links auf die Vorschaukarte für eine vergrößerte Ansicht) zeigt die technisch möglichen Potenziale aus Windkraft in den österreichischen Bezirken in GWh/Jahr und zeigt deutlich eine geographische Verteilung mit Schwerpunkt auf der Ostregion (Niederösterreich, Burgenland, Wien). Diese Tatsache ergibt sich vor allem daraus, dass aus technischen Gründen die windreichen Lagen im Hochgebirge ausgeschlossen wurden und so insbesondere die Gunstlagen im Burgenland und in Niederösterreich als beste Potenzialgebiete hervortreten. Die Potenzialfläche beträgt österreichweit ca. 7.300 km².

Die Werte bewegen sich pro Bezirk zwischen 0 und 15.233 GWh/Jahr, österreichweit kommt man dabei auf ca. 110.000 GWh. Zum Vergleich: Der Gesamtstromverbrauch Österreichs lag im Jahr 2006 bei 70.800 GWh (Quelle: e-control).

 

Die Top 5 Bezirke des technischen Potenzials sind Gänserndorf (15.233 GWh/Jahr), Neusiedl am See (12.644 GWh/Jahr), Mistelbach (9.580 GWh/Jahr) , Korneuburg (5.940 GWh/Jahr) und Bruck an der Leitha (5.475 GWh/Jahr).

 

Aus dem Technischen Potenzial wird in einem nächsten Schritt das Reduzierte Technische Potenzial errechnet, das weitere Einschränkungen berücksichtigt.

 

Methodik: Vorgangsweise Modellierung/Decision Support System

Die Modellierung der Windkraftpotenziale erfolgt in einem Geoinformationsystem. Ausgangsfile ist ein GIS-Rasterdatensatz der mittleren Windgeschwindigkeiten in 100 m Höhe über Grund, also in Höhe der Nabe der heutigen Windkraftanlagen (2 MW-Anlagen), mit einer Rasterweite von 250x250 m. Diese Datensatz entstammt der umfangreichen Studie "Alpine Windharvest", welche die erste flächendeckende hochqualitative Windkarte des Alpenraumes zum Ergebnis hatte. Dabei wurden die notwendigen Korrektive und Interpolationen (Seehöhe, Topgraphie etc.) berücksichtigt.  Ausgehend von dieser Karte werden im Rahmen der GIS-Modellierung alle Raster mit mittleren jährlichen Windgeschwindigkeiten  > 4 m/s ausgewählt. Diese Flächen bilden die Basis für die weitere Potenzialmodellierung, windschwächere Gebiete werden im weiteren Verlauf nicht mehr berücksichtigt.

Von diesen technischen Eignungszonen werden die technischen Ausschlusskriterien als Ausschlusszonen „abgezogen“.

Für jedes Ausschlusskriterium wird ein eigener Layer erstellt:

  • Siedlungen (Corine Landcover-Daten)
  • Gewässer (fließende und stehende)
  • alle Flächen ≥ 2.000 m Seehöhe
  • alle Flächen ≥ 20% Hangneigung

Im Rahmen dieser Modellierung werden die Potenzialflächen errechnet und dann in einer Tabelle mit den Werten des Potenzialfaktors, der einen möglichen Windertrag in GWh pro Flächeneinheit (km²) multipliziert. Die Formel dazu ist:

WPtechn. = PFW * WE

WPtechn......Technisches Potenzial der Windkraft je Bezirk. Einheit: GWh pro Jahr

PFW............Technische Potenzialfläche der Windkraft je Bezirk (errechnet im Rahmen der GIS-Modellierung). Einheit: km²

WE..............Möglicher Flächenertrag der Windkraft: Einheit: GWh pro Jahr und km². Dazu wurde die Fachliteratur ausgewertet, repräsentative bestehende Windparks im Burgenland und in Niederösterreich auf ihren Flächenertrag hin  analysiert und ein österreichweit anwendbarer Schätzwert gemittelt. Dieser berücksichtigt eine in der Fläche gleichmäßige Anordnung und die zur effizienten Nutzung der Windenergie und zur Verringerung der Flächenkonkurrenz notwendigen Abstände der Anlagen zueinander. Der Wert reicht von 15-20 GWh/km², das entspricht unter Berücksichtigung der möglichen Volllaststunden 5 Anlagen mit einer installierten Leistung von 2 MW.

Anmerkung

Bei den Ergebnissen der Modellierung muss berücksichtigt werden, dass eine solches Modell die reale Situation nur bedingt abbilden kann. Auch die Grundlagendaten zur Windstärke basieren auf einer Interpolation und weisen eine gewisse Standardabweichung auf. Die Ergebnisse der Modellierung erlauben dennoch eine bisher nicht vorliegende österreichweite Regionalisierung der zu erwartenden Potenziale der Windkraft auf Bezirksebene, die Ausweisung von Einzelstandorten erfordert eigene umfangreiche Analysen, die der Komplexität des Themas Rechnung tragen.