Windkraft

Bestand der Windkraftnutzung in Österreich

Vorschaubild: Windkraftnutzung in ÖsterreichWindkraft zur Erzeugung von elektrischem Strom wird in Österreich seit den 1990er Jahren ausgebaut. In Österreich gibt es heute 618 Windräder. Diese haben eine Gesamtleistung von 995 Megawatt (Quelle: www.igwindkraft.at, Dezember 2008), das entspricht einer Versorgung von etwa 568.500 Haushalten oder einer Deckung von circa 3 % des gesamten Stromverbrauchs des Landes. 2007 erzeugten 612 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 982 MW ca. 2.000 GWh Strom, das Wachstum der installierten Leistung betrug zwischen 2007 und 2008 nur 1,4%, zwischen 2006 und 2007 war es mit 1,7% ebenfalls deutlich geringer als in den vorangegangenen Jahren. Die geographische Lage der Anlagen ist eindeutig auf die Ostregion konzentriert, über 90% der Anlagen stehen in Niederösterreich, dem Burgenland und Wien. In Niederösterreich wurden 2007 bereits 10,5% des Gesamtstromaufkommens aus Windenergie gedeckt (Quelle: NÖ Energiebericht 2007). Heute werden fast nur mehr größere Windparks errichtet, Einzelanlagen führen zu mangelnder Rentabilität. Die durchschnittliche Größe der Neuanlagen mit ca. 2 MW ist auch im internationalen Vergleich beachtlich. Die Karte zeigt die geographische Verteilung der Nutzung der Windkraft in Österreich und unterstreicht die eindeutige Konzentration in den östlichen Landesteilen.

Die Top 5 Bezirke bei der installierten Leistung sind Neusiedl am See (336 MW), Gänserndorf (146 MW), Bruck an der Leitha (140 MW), Mistelbach (120 MW) und St. Pölten Land (43 MW).

Karte: Bestand der Windkraftnutzung in Österreich 2006 (Windkraftanlagen und installierte Leistung). Bitte klicken Sie auf die Karte, um eine vergrößerte Ansicht in einem neuen Fenster zu öffnen.

Methodik der Potenzialanalyse

Allgemeines zur Windkraft

Wind geht wie die meisten anderen regenerativen Energien auf die Sonneneinstrahlung zurück. Die Sonne erwärmt Land und Meer sowie die darüber liegenden Luftschichten stark. Die Erwärmung führt zur Ausdehnung der Luft und damit zu unterschiedlicher Luftdichte und unterschiedlichem Luftdruck. Zwischen den verschiedenen Zonen entsteht der atmosphärische Wind als Ausgleichsströmung, die auch von der Erdrotation und anderen Faktoren beeinflusst wird.

Abriss der Entwicklung der Windenergie

Der Mensch nutzt die Kraft aus Windenergie seit der Antike. Älteste Nutzungsformen der mechanischen Arbeit des Windes sind aus Persien zum Getreidemahlen und aus China zum Pumpen von Wasser bekannt. Im 12. Jahrhundert kam die Windmühle nach Europa, wo sie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vor allem zum Mahlen von Getreide genutzt wurde. Die ersten Konzepte zur Nutzung von Windkraftanlagen zur Gewinnung elektrischer Energie reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, das Grundprinzip basiert dabei bis heute auf der "klassischen" Windmühle. Windkraftwerke nutzen die Bewegungsenergie des Windes, die einen Rotor in Bewegung setzt. Der Rotor dreht über eine Welle einen Generator, der völlig emissionsfrei Strom erzeugt.

Der Ausbau der Windenergie im großen Stil begann in Europa Mitte der 1990er Jahre. Dazu trugen vor allem die energiepolitisch günstigen Rahmenbedingungen wesentlich bei, in Österreich das Ökostromgesetz, dessen Novelle die Entwicklung seit 2006 allerdings deutlich hemmte. Die neueste Entwicklung geht an den Küstenbereichen, den besten Windstandorten weltweit, hin zu Offshore-Anlagen am offenen Meer, die sehr große Energieerträge liefern können. Zu Lande kommen immer größere Leistungsklassen bei den Windkraftanlagen zum Einsatz.

Hersteller von Windkraftanlagen schätzen den möglichen Beitrag der Windkraft zum weltweiten Stromaufkommen für das Jahr 2020 mit respektablen 20% ein, in der Europäischen Union soll dieser Wert bis 2020 ca. 10% betragen (aktuell sind es etwa 2-3%).

Voraussetzungen zur Nutzung der Windenergie - Methodische Ansätze

Die im Wind enthaltene Leistung hämgt überproportional von der Windgeschwindigkeit ab. Der Energiegehalt des Windes wächst mit der dritten Potenz seiner Geschwindigkeit! Das bedeutet, dass bei einer Verdoppelung der Windgeschwindigkeit die Energie auf das achtfache steigt.

Die Windstärke in Nabenhöhe einer Windkraftanlage (nach dem jetzigen Stand der Technik ca. 100 m), gemessen in m/s, ist so die erste Voraussetzung für die Ermittlung von Eignungszonen zur Nutzung der Windkraft. Dazu sind möglichst langjährige und valide Datengrundlagen nötig. Regelmäßige Windmessungen werden in Österreich von der ZAMG an bestimmten Windmessstellen durchgeführt. Für eine flächenhafte Darstellung müssen Interpolationsverfahren angewendet werden, die auch zusätzliche Faktoren wie Seehöhe, Topographie und die Nabenhöhe der Windkraftanlage modellieren.

Tallagen tragen zu einer Verringerung der Windgeschwindigkeit bei, Kuppen, Höhenrücken und Berggipfel weisen gegenüber der Umgebung höhere Geschwindigkeiten auf. Die Bodenbedeckung wirkt sich ebenfalls auf die Windstärke aus: Siedlungen und Wälder reduzieren die Wind-Energiedichte deutlich.

Technisch ist die Nutzung der Windenenergie ab einer mittleren jährlichen Windgeschwindigkeit von 4 m/s möglich, die Grenzen der Wirtschaftlichkeit liegen ebenfalls bei 4-5 m/s.

Die besten Winderträge werden am Meer, den Küsten und küstennahen Bereichen erzielt, etwa in Dänemark und Norddeutschland. Trotz seiner Binnenlage weist jedoch auch Österreich hervorragende Standorte zur Nutzung der Windenergie auf. Problematisch ist die Nutzung der Windenergie im hochalpinen Raum, wo extreme Bedingungen herrschen. Der höchste Windpark Europas liegt in der Steiermark in den Niederen Tauern auf 1.900 m Seehöhe (Windpark Oberzeiring).

Im Rahmen von Regio Energy werden die Potenziale für Windkraft flächenhaft erhoben, also gut geeignete Potenzialflächen differenziert, die dann mit einem möglichen Energieertrag pro Fläche multipliziert werden.

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sehen Sie hier: Technisches Potenzial | Reduziertes technisches Potenzial

 

In Zukunft?

Die österreichische Bundesregierung hat sich im Dezember 2008 dazu bekannt, trotz der Finanzkrise und der unsicheren Zukunft der Wirtschaft an den ambitionierten Zielen in Bezug auf die Energiezukunft festzuhalten. Dies bedeutet für die Windkraft wie für die anderen erneuerbaren Energieträger, dass ein Ausbau unabdingbar ist, um diese Ziele auch in der vorgesehenen Zeitspanne erreichen zu können. Im Vergelcih zu anderen Energieträgern ist die Windkraft schon "einen Schritt voraus", sie wird also sicher eine Hauptrolle bei der Verteilung der Anteile spielen...